| Nachrichten-Code: 208459 | Datum: 2010/10/11 - 11:11 | Quelle: IRIB | print |
Artikel Großeinkäufe von arabischen Regierungen bei den Amerikanern |
Es sind regionale Krisen und der große Reichtum aus Ölgeschäften, die sie dazu motivieren.
Die englische Zeitung Financial Times enthüllte vor
kurzem Tatsachen über einen umfangreichen Waffenvertrag zwischen den
USA und 4 arabische Ländern an den Südküsten des Persischen Golf.
Saudi Arabien, Kuwait, Oman und die Vereinten Arabischen Emirate
wollen im Laufe von 4 Jahren im Werte von 123 Milliarden Dollar Waffen
aus der USA kaufen. Saudi Arabien ist mit einem Kauf von 60 Milliarden
Dollar der größte Abnehmer. Ihm folgen die VAE mit Waffenkäufen im
Werte von 35 bis 40 Milliarden Dollar. Kuwait hat für 12-Milliarden
und Oman für 7 Milliarden Dollar Militärausrüstung aus den USA
bestellt. Doch fragt es sich, warum diese Regierungen statt für
Entwicklungsmaßnahmen und Sozialleistungen, die nationalen Reichtümer
ihres Landes für den Kauf von Kriegsgerät ausgeben, wodurch sie ohnehin
noch mehr in Abhängigkeit zu den USA geraten?
Grundsätzlich werden große Waffeneinkäufe nur getätigt,
wenn ein starkes Motiv vorliegt. Daher erzeugen die westlichen
Regierungen künstlich eine Atmosphäre, durch die sich die
Regionalstaaten zum verstärkten Waffenkauf gezwungen fühlen. In der
wichtigen und ölreichen Region des Persischen Golfes , spielt
Sicherheit eine große Rolle und alles was als Gefahr für die regionale
Sicherheit dargestellt wird, kann als Vorwand für den Waffenverkauf an
die südlichen Staaten am Persischen Golf herangezogen werden. Im August
1990 ordnete der irakische Ex-Diktator die Besetzung Kuwaits an
nachdem er vorher im Krieg gegen den Iran vom Westen und arabischen
Staaten unterstützt worden war, wurde er nun als große Gefahr für die
Sicherheit der ganzen Region betrachtet.
Die irakische Armee wurde nach wenigen Monaten von den
Alliierten unter Anführung der USA besiegt und danach folgten die
Sanktionen des UN-Sicherheitsrates, welche der irakischen Bevölkerung
Not und Armut bescherten. Dennoch stellte der Westen fast 10 Jahre
lang Saddam fortgesetzt als Gefahr für die Länder am Südrand des
Persischen Golfes dar, damit ihr Waffenexport weiter floriert. Die
Angstmache vor Saddam brachte dem Westen nicht nur beim Waffenhandel
große Gewinne sondern Länder wie die USA, Frankreich und England
konnten ebenso in den südlichen Anrainerstaaten des Persischen Golfes
militärische Stützpunkte einrichten.
Seit einigen Jahren, insbesondere seitdem von dem
friedfertigen Atomprogramm Irans die Rede ist, versuchen die westlichen
Regierungen diesmal die Islamische Republik Iran als Gefahr für die
regionale Sicherheit hinzustellen, was nicht einfach ist, denn Iran ist
für seinen friedfertigen Umgang mit den Nachbarländern bekannt.
Außerdem ist die Islamische Republik wegen ihrer Ablehnung von
Hegemoniepolitik und ihrer Unterstützung für den Islamischen
Widerstand der Bevölkerung in Libanon und Palästina bei den Völkern
der Region und den Muslimen beliebt. Gemäß Umfragen von Brookings und
Zigbee betrachtete 92 Prozent der Bevölkerung von 6 arabischen Staaten
das Nuklearprogramm Irans als friedfertig und 77 Prozent waren der
Meinung, dass der Iran das Recht auf Fortsetzung dieses Programms hat.
Im Vergleich zum Vorjahr waren das höhere Werte. Bei diesjährigen
Umfragen haben 88 Prozent der befragten Araber das zionistische
Regime und 77 Prozent die USA als die größte Gefahr für die regionale
Sicherheit bezeichnet. Diese und ähnliche Meinungsumfragen zeigen,
dass die Araber trotz aller Gegenpropaganda des Westens positiv zur
Islamischen Republik Iran eingestellt sind.
Dennoch scheinen die ständigen Abstecher der westlichen
Positionsträger in die arabischen Hauptstädte etwas gebracht zu haben
bzw. die Politik der Angstschürung gegenüber Iran, welche die USA und
Tel Aviv und ihre Verbündeten eine Zeitlang betreiben, scheint ihre
Wirkung bei einigen arabischen Positionsträger nicht verfehlt zu haben.
Gemäß dieser Taktik stellen westliche Medien die IRI als Bedrohung für
die Araber vor und demgegenüber das zionistische Regime als Freund. Die
westlichen Politiker versuchen dabei zu erreichen, dass die arabischen
Staaten die Verbrechen und Feindseligkeiten der Zionisten vergessen und
statt in Israel in Iran den Feind sehen. Das zionistische Regime
verlangte offen diesen Richtungswechsel von den arabischen Regierungen.
Ehud Barak, der Kriegsminister dieses Regimes, forderte sogar die
Bildung einer gemeinsamen arabisch-zionistischen Front gegenüber Iran.
Während die Bevölkerung in den meisten arabischen Staaten
kaum die 60 Jahre langen Verbrechen Tel Avivs vergessen werden,
scheinen einige ihrer Regierungen es vorzuziehen, den islamischen Iran
als ihren Feind vorzustellen und lassen sich unter diesem Vorwand mit
allen möglichen Waffen beliefern
Hinsichtlich der Waffenlieferungen an arabische Staaten
haben die USA das zionistische Regime beruhigt, dass es weiterhin
besser ausgerüstet und stärker sein wird als die arabischen Staaten.
Ehud Barak erwähnte dies vor kurzem. Amerika ließ sich von den
Waffenimportländer Garantien geben, dass diese Ausrüstung unter
Aufsicht der US-Militärberater bleibt und niemals gegen das
zionistische Regime eingesetzt wird. Um die Zionisten noch mehr zu
beruhigen, hat Washington sogar gefordert, den Standort für die
Raketen und Flugzeug weit entfernt von den Grenzen des besetzten
Palästinas zu wählen. Jonathan Cook ein englischer Analytiker für
Verteidigungsfragen schrieb auf der Webseite der Bewegung für
internationale Gerechtigkeit Malaysias, dass den Flugzeugen F 15 für
Saudi Arabien moderne Waffen und Luftfahrttechnologie fehlen, während
die USA bereit sind, der israelischen Luftwaffe den Bomber F 35 , das
neueste und modernste Produkt der Lockheed Martin, welcher 150
Millionen Dollar kostet und eine Technologie besitzt, die nicht von
Radaranlagen erfasst werden kann, zu liefern.
Der Schutz und die Förderung der Militärindustrie in den
USA ist eines der wichtigsten Ziele der Ausrüstungsverkäufe dieses
Landes an die südlichen Anrainerstaaten des Persischen Golfes. Nach
Ansicht von Meinungsvertretern will man dadurch im Inland neue
Arbeitsplätze schaffen. Die Öldollars der arabischen Bevölkerung sollen
also der krisenhaften US-Wirtschaft unter die Arme greifen.
Insbesondere ist die Wartung dieser Ausrüstung einträglich und beträgt
das vierfache ihres Verkaufspreises, so dass hunderte von
US-Militärberatern für die Erhaltung des Kriegsgerätes von den Arabern
eingestellt werden und bezahlt werden müssen. Dadurch werden die USA
außerdem größeren Einfluss in den arabischen Ländern gewinnen.
Sachverständige meinen, dass einige arabische Staaten sich
von der Angstmache-Propaganda der USA und der Zionisten täuschen
ließen, und zwar obwohl das militärische Programm Irans einen reinen
Verteidigungscharakter hat. Der Iran hat mehrmals militärische
Positionsträger der Staaten im Süden des Persischen Golfes zu seinen
Manövern eingeladen und strebt gemeinsame Manöver mit diesen Ländern
an. Einige Regionalstaaten reagierten positiv auf die iranische
Botschaft über die gemeinsame Herstellung von Sicherheit im Persischen
Golf und Nahen Osten.
Die Riesensummen, die einige arabische Staaten für
Rüstungseinkäufe in den USA ausgeben, sind daher in Wahrheit ein
Verschwendung von Geldern, die ihrer Bevölkerung gehören. Diese
Waffeneinkäufe sind ein Dienst im Interesse der USA und des
zionistischen Regime, es sei denn dass diese Regierungen den Mut haben,
diese Waffen zum Schutz der Interessen der arabischen und muslimischen
Völker gegenüber dem Expansionismus des zionistischen Regimes, dem
nachgewiesen wahren Feind der Araber und Muslime, einzusetzen.